Geschrieben von am 29 August 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

FTD tot, Frankfurter Rundschau insolvent, Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost verkauft. In den USA sichert sich Amazon-Gründer Jeff Bezos das renommierte Blatt „Washington Post“, um dort digitale Vermarktungsmöglichkeiten – unterstelle ich einmal – für das Geschäft mit den Nachrichten auszuprobieren. Interessant wird, welche Namen sich Google, Apple, Microsoft und Facebook in Zukunft sichern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Seit Jahren beobachten auch in Deutschland die Verlage, dass ihr bisheriges Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Immer mehr Anzeigenkunden investieren inzwischen lieber ins Online-Geschäft, weil dort ihre potentiellen Kunden lesen. Das wird sich auch nicht mehr ändern, allen Bezahlschranken und Leistungsschutzrechten zum Trotz.

Eins wird aber ganz sicher bleiben. Die Nutzer wollen gute Inhalte lesen. Im Online-Geschäft heißt das „Content“ und schon sind wir beim Content-Marketing. Google als weltweit größte und für Deutschland bedeutendste Suchmaschine gibt die Regeln vor. Leider kennt niemand, außer vielleicht die NSA, diese Regeln ganz genau, die auf fein abgestimmten mathematischen Algorithmen beruhen. Jedoch gibt Google in regelmäßigen Abständen Informationen zu den Updates der Algorithmen mit den wohlklingenden Namen „Penguin“ und „Panda“ bekannt.

 

Werbung, PR und SEO wachsen zusammen – das Bindeglied heißt Content

 

Eine ganze Industrie hat sich um das Geschäft der Online-Vermarktung entwickelt. Hier gibt es eine verwirrende Vielfalt an Dienstleistern zu Themen wie SEO (Search Engine Optimization), SEM (Search Engine Marketing) oder SMM (Social Media Marketing). Was sie und auch die Öffentlichkeitsarbeit (PR) zunehmend verbindet, ist der Content. Nur mit gutem Content schaffen sie es, das Versprechen an ihre Kunden zu erfüllen. Denn Google fordert immer mehr vor allem guten Content, weil die Suchergebnisse dem Nutzer helfen sollen. Das hat neue Geschäftsmodelle im Online-Marketing-Bereich entstehen lassen, sogenannte Marktplätze für Content-Marketing. Drei Vertreter möchte ich hier kurz vorstellen.

 

Von Advertisern, Publishern und Nutzern

 
Das Schöne an diesen Geschäftsmodellen ist: Es sieht so aus, als würden einmal alle Beteiligten davon profitieren. Die Anbieter empfehlen sich als „internationaler Marktplatz für Blog-Marketing“ (rankseller ), „Werbe- und Empfehlungsnetzwerk“ (plista) oder „intelligenter Marktplatz für Content Marketing und Social Media Vermarktung“ (efamous). Bei plista kann man sich dazu ein hübsches Video ansehen. Die Geschäftsmodelle ähneln sich. Gemein ist ihnen, dass sie sich auf die neuen Meinungsführer konzentrieren, einflussreiche Webseiten, Blogger und Social Media Nutzer unter Vertrag nehmen. Kunden können den passenden „Marktplatz“ für ihren Content dort buchen, Content produzieren lassen und einflussreiche Twitterer oder Facebook-Seiten nutzen. Der Anbieter plista arbeitet außerdem mit einer speziellen Technologie, um den Nutzern von Internetseiten möglichst passende Werbung anzuzeigen sowie Lese-Empfehlungen zu geben.
 

Wer profitiert wie?

 
Inhaber von Webseiten profitieren, indem sie ihren begehrten Marktplatz vermieten, an Partnerprogrammen teilnehmen oder Provisionen für die Vermittlung kassieren. Dieser Ansatz beruht auf der Erkenntnis, dass Kunden eher der Empfehlung eines Meinungsführers vertrauen als dem Marketing-Versprechen von Unternehmen. Wie lange diese Meinungsführer bei den Kunden dann noch glaubhaft bleiben, ist wieder ein anderes Kapitel.

Unternehmen profitieren, indem sie sehr zielgerichtet den passenden Ort für ihre Informationen ausmachen und dort platzieren können. Das ist im zersplitterten Meinungsmarkt des Internets eine nicht zu unterschätzende Hilfe.

Und auch die Nutzer profitieren, weil sie weniger werblich sondern mehr mit passenden Inhalten versorgt werden, nach denen sie gerade suchen. Das hört sich nach einer guten Lösung an. Wie sich diese Angebote entwickeln, bleibt abzuwarten.