Geschrieben von am 6 September 2013 in mrs. mo's Meckerecke | Keine Kommentare

Das lese ich oft. Es steht meist auf Webseiten, aber auch auf Flyern. Dienstleister beschreiben ihre Leistung und dann: Kontaktieren Sie mich! Leser, also ich, sollen dann etwas tun:

Schreib!Eine!E-Mail!
Ruf!Mich!An!
Egal, was – mach was!

Huch! Ist das ein Hilferuf? Jedes Mal stolpere ich über dieses Wort und fühle mich peinlich berührt. Denn die Aufforderung klingt so hölzern. Kontaktieren klingt einerseits technisch, andererseits wirkt es wie eine typische Verkäufer-Phrase. Beides unangenehm. Wollen das die Absender wirklich?

Vielleicht bin ich ja empfindlich und finde das Wort nur doof, weil ich vom Mond komme. Also schlage ich mal in den Büchern der Sprachpfleger nach.

Der Wahrig (Print) verzeichnet das Wort ganz normal:

  • zu jmdm. Kontakt aufnehmen, mit jmdm. in Verbindung treten.

Darauf folgt gleich Kontamination. Wenn das kein schlechtes Zeichen ist. Das Wort steht für Verseuchung und Verschmutzung. Und genau so fühle ich mich, wenn ich lese:

  • Kontaktieren Sie mich.

Ich fühle mich verschmutzt! Es gibt auch noch eine gemeine Kurzform von diesem unschönen Wort:

  • Kontakten sie mich!

Nein, danke! Zum Glück sagt dazu sogar „Wahrig“ nein. Denn das werde ich sicher nie tun! Wer so der Sprache weh tut, wie kann ich mich mit so jemandem kontaminieren?

Der Duden (online) schreibt zu kontaktieren:

  • schwaches Verb. Ja, genau, das trifft es!

Ein sehr schwaches Verb und ein überaus schwaches Wort! Lassen Sie es einfach weg! Schreiben Sie statt dessen, was Sie von dem Leser erwarten:

  • Rufen Sie mich an.
  • Schreiben Sie mir eine E-Mail.
  • Machen Sie mit mir einen Termin aus.

Das klingt alles viel menschlicher und nicht nur so, als wollten Sie dem armen Leser unbedingt etwas verkaufen.