Geschrieben von am 1 September 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Es wurde Zeit für ein neues Standardwerk der Öffentlichkeitsarbeit, da die digitale Transformation unserer Gesellschaft auch ordentlich an den Grundfesten der PR-Welt rüttelt.

Bereits die ersten Sätze des Vorworts zeugen davon, welche Sprachlosigkeit eigentlich in Anbetracht der Veränderungen herrscht, in denen wir uns gerade befinden:

Seit der Gutenbergschen Revolution des Buchdrucks (…) hat nichts die Kommunikation so schnell und so nachhaltig verändert, wie die globale Vernetzung über das Internet und der damit einhergehende globale Kulturwandel.

 
Gut, dass sich Herausgeber Lorenz Steinke daran gemacht hat, eine erste Bilanz in dem Buch „Die neue Öffentlichkeit“ aus dem Verlag SpringerGabler zu ziehen. Und klar, dass nichts in Stein gemeißelt ist, da wir uns noch mitten im Wandel befinden.
 

Für Einsteiger und Profis

Erfreulicherweise beschränkt sich das Buch nicht nur auf eigene Erkenntnisse sondern gibt vielmehr PR-Fachleuten Raum, anhand von Beispielen ihre Erfahrungen aus der Praxis einzubringen.
 
So enthält es neben einer übersichtsartigen Einführung in die PR-Arbeit zehn aktuelle Projektbeispiele. Abgerundet wird der Band von einem Exkurs des Herausgebers über neue Ansätze in der Öffentlichkeitsarbeit. Damit ist das Buch sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet, die eigene Erfahrungen abgleichen und ergänzen wollen.
 

Was genau ist neu?

So unterschiedlich die Projektbeispiele auch sein mögen, kristallisieren sich doch einige Aspekte klar heraus. Leider gibt es dazu keine Übersicht, so wie es der Titel erwarten lässt: Was genau ist denn jetzt neu an der Öffentlichkeitsarbeit/PR? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Praktiker? Der Herausgeber liefert zwar eine gute Zusammenfassung im abschließenden Exkurs, die Zuspitzung fehlt jedoch – vermutlich weil die Gefahr zu groß ist, Wichtiges außen vor zu lassen.
 

10 Thesen

Ich werde das trotzdem einmal versuchen und freue mich über Anregungen, Kommentare, Ergänzungen:
 

  • Klassische Medien verlieren an Bedeutung, wenn Unternehmen mit Zielgruppen direkt kommunizieren.
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  • Die PR ist keine Einbahnstraße zum Transport eigener Botschaften mehr.
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  • Klassische PR-Instrumente wie Pressekonferenz und Presse-Reise verlieren aus Zeitmangel in den Redaktionen an Bedeutung.
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  • In den Redaktionen gibt es einen Themen-Shift von der Nachricht hin zu Emotion und Unterhaltung.
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  • Es gibt neue Influencer und Multiplikatoren, die beachtet werden müssen.
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  • Unternehmen werden selbst zu Medien mit eigenen Kanälen, die sinnvolle Inhalte benötigen.
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  • Inhalte müssen auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet sein, denn es geht um Aufmerksamkeit.
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  • Dialog lautet das Gebot der Stunde.
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  • Gute Kommunikation kann nicht mehr nebenbei erledigt werden, wenn es eigene Kanäle zu bespielen gilt.
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  • Kommunikative Gesetze und Regeln gelten weiter.