Geschrieben von am 28 November 2013 in Allgemein | 2 Kommentare

Noch auf den letzten Drücker habe ich die Blogparade von Mike Schnoor zu „Blogger-Relations“ wahrgenommen und beim Stöbern in den Beiträgen bemerkt, dass ich ein paar davon schon kannte. Schön, dann möchte ich gern dazu beitragen! So einen fachlichen Austausch finde ich immer sehr anregend.
 

Blogs im Mittelpunkt

 
In Vorträgen und bei Beratungen von Kunden zum Thema Social Media stelle ich Blogs gern in den Mittelpunkt. Einerseits, weil Blogger, wie von vielen in der Blogparade bereits bemerkt, neue wichtige Meinungsführer und Multiplikatoren in der Öffentlichkeit sind. Andererseits sehe ich Blogs als Zentralstelle für den Einstieg in Social Media. Das Blog ist das „Zuhause“, in dem man Inhalte, Gestaltung und Sichtbarkeit bestimmt. Hier können keine Kontakte abgeschnitten oder Präsenzen geschlossen werden, wie es bei Social Media-Netzwerken passieren kann, die anderen gehören.
 

Gespräche durch Blogs

 
Hinzu kommt, dass einige Blogs mehr Leser haben als so manche Tageszeitung. Es ist davon auszugehen, dass sie einen sehr intensiven und auch persönlichen Einfluss auf ihre Leser ausüben. Es ist bereits ein Gewinn, relevante Blogs zu kennen, zu lesen und vor allem die Kommentare von Nutzern wahrzunehmen. Sie bieten die Chance, sich am Gespräch zu beteiligen. Denn das ist es, worum es geht: Gespräche zu führen und Blogger nicht allein als weiteren Vertriebskanal oder „Pressekontakt“ zu benutzen.
 

Berufliche und persönliche Motive für’s Bloggen

 
Ja, Blogger können helfen, Produkte zu vertreiben und sie können auch helfen, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei ist aber immer zu berücksichtigen, dass sie das Blog vor allem aus persönlichem Interesse betreiben, das nicht immer mit dem beruflichen übereinstimmt. Ein Beispiel ist das Sprachlernprojekt „Francais Authentique“, das ich in meinem Blog vorgestellt und analysiert habe. Es kann sich also durchaus lohnen, Beziehungen zu passenden Bloggern aufzubauen, immer jedoch mit dem nötigen Takt und Fingerspitzengefühl, das für ein soziales Miteinander erforderlich ist.
 

Geduld, Zeit und Mühe

 
Ich bin also nicht der Meinung wie Mike Schnoor, dass Blogger Relations „für die Katz“ sind oder immer viel Geld kosten. Ich stimme aber zu, dass Geduld, Zeit und Mühe vonnöten sind, um Blogger-Relations aufzubauen und zu pflegen. Denn es geht um Beziehungen zu Menschen. Ergo sind Blogger-Relations nicht für Ad-hoc-Aktionen geeignet, wie Meike Leopold in ihrem Beitrag bereits bemerkt hat.
 

Blogger sind Teil des medialen Wandels

 
Blogger haben nicht den Informationsauftrag wie Journalisten und müssen sich nicht nach dem Pressekodex richten. Dafür kennen Sie sich oft sehr gut in ihrem Thema aus und haben selbst ein starkes Interesse daran, glaubhaft zu berichten. Sie sind Teil des medialen Wandels, der sich durch die Digitalisierung der Gesellschaft ergibt und damit auch die Verbreitung von Nachrichten beeinflusst. Klassische Medien verlieren hier einen Teil ihrer früheren Macht beim Agenda Setting und in der Deutungshoheit.

 

Blogger-Relations werden wichtiger

 
Ich unterstelle einmal, dass Blogger Relations in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden als bisher. Denn im Zuge der Google Updates und den darauf folgenden Anpassungen der Suchmaschinenoptimierer richtet sich das Augenmerk zunehmend auf guten Content und auf eine ebenso gute Content-Umgebung. Diese Entwicklung ist auch im Online-Marketing zu beobachten, weil das Schalten von Werbebannern aufgrund von Add-Blockern in Browsern für viele Werbetreibenden immer weniger attraktiv ist. Die Branche richtet auch hier ihre Blicke in Richtung Content. Ein Beispiel ist nativeadvertising.de, die ihren Werbekunden ermöglichen, im Look and Feel der gewünschten Werbeumgebung Inhalte zu platzieren. Wohlgemerkt geht es hier um Inhalte, die ausdrücklich nicht vor allem werblich sondern informativ für den Nutzer sind. In diesem Zusammenhang werden Blogs noch interessanter und damit Blogger-Relations lohnenswerter.