Geschrieben von am 30 April 2014 in Allgemein | Keine Kommentare

Welches soziale Netzwerk passt zu meinem Unternehmen? Oder: Hilfe, muss ich jetzt auch zu Facebook?! Das sind oft Fragen, mit denen Kunden zu mir kommen. ­Und leider gibt es keine einfache Antwort. Sie finden hier jedoch einige Hinweise, wie Sie vorgehen können, um das herauszufinden.

Eine Frage, die in diesem Atemzug mit gestellt wird, lautet: Was bringt mir dieses Social Media eigentlich? Das ist verständlich: Zeit und Ressourcen sind knapp und Ihr Engagement soll sich lohnen. Mit Social Media Aktivitäten erarbeiten Sie sich etwas, was man nicht kaufen kann: Vertrauen und Sympathie. Erwarten Sie deshalb keine ad-hoc Erfolge – weder beim Umsatz noch bei den Interaktionen mit den Nutzern. Sie brauchen Geduld und vor allem einen Plan, wie Sie vorgehen.
 

1) Ziel festlegen

 
Zuerst sollten Sie festhalten, warum Sie in sozialen Netzwerken aktiv werden möchten. Häufige Wünsche sind:

  • Früher habe ich Werbung in der Lokalzeitung geschaltet, jetzt sind alle bei Facebook.
  • Sie wollen Ihre Kunden da erreichen, wo sie aktiv sind.
  • Das Unternehmen soll im Internet besser gefunden werden.
  • Sie möchten diesen weiteren Kanal nutzen, um auf Ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen.
  • Sie suchen den Dialog zu Ihren Kunden und erhoffen sich wertvolles Feedback.
  • Sie möchten mitbekommen, was über Sie und Ihre Branche dort veröffentlicht wird.

 

Social Media – keine zusätzlichen Werbekanäle

 
Das sind durchweg gute Gründe mit Social Media zu starten. Eines sollte Ihnen doch bereits vorher klar sein: Sie dürfen in diese Online-Unterhaltung nicht einfach Ihre Werbung streuen. Das frustriert die Nutzer. Davon abgesehen erhalten Nutzer bei Netzwerken wie Facebook und Twitter inzwischen immer mehr Werbung. Klar, die Unternehmen wollen Gewinne durch Werbung erzielen. Diese Form der Werbung ist jedoch auf den jeweiligen Nutzer und seine Interessen ausgerichtet und dadurch etwas weniger nervig als alles, was wir bisher gewohnt waren.
 

2) Wer spricht wo über mich?

 
Finden Sie dann heraus, ob über Sie im Netz bereits gesprochen wird. Das funktioniert schon über

  • das Ego-Googeln, d.h., Sie geben Ihren Namen, den Ihrer Firma oder Ihres Produktes in die Suchmaschine ein und werten die Suchergebnisse aus.
  • Socialmention ist eine weitere kostenfreie Möglichkeit, um sich zu informieren. Erhalten Sie hier keine Ergebnisse, nutzen Sie allgemeinere Suchbegriffe, z.B. statt Ihres Firmennamens einen Begriff aus der Branche.
  • Genauere Informationen werden Sie nur mit einem bezahlten Dienst wie echobot, AUSSCHNITT Medienbeobachtung oder pressrelations erzielen. Einige Dienste können sie kostenlos testen.

 

3) Welche sozialen Netzwerke gibt es?

 
Verschaffen Sie sich im nächsten Schritt einen Überblick, welche sozialen Netzwerke es gibt.

  • Einen aktuellen Artikel über die 20 beliebtesten sozialen Netzwerke in Deutschland finden Sie bei Meedia.
  • Das sind die Top 100 der am meisten genutzten sozialen Netzwerke in Deutschland.
  • Sehen Sie anhand des Social Media Prisma, welche Kanäle es für verschiedene Bereiche gibt. Verwirrend, oder? Wie soll man da noch mithalten? Keine Angst, Sie müssen nicht alle kennen und nutzen. Sie sollten nur herausbekommen, welche für Sie wichtig sind. Voraussetzung dafür ist, dass Sie eng bei Ihrem Thema bleiben und sich nicht verzetteln. Das Social Media Prisma hilft Ihnen zu verstehen, was Social Media sein kann, denn auch Angebote wie Wikipedia oder Dropbox gehören zu erfolgreichen Anwendungen.

 

4) Wo unterhalten sich Ihre Kunden?

 
Im nächsten Schritt legen Sie fest, wen Sie mit Ihren Social Media Aktivitäten erreichen wollen. Bestimmt kennen Sie Ihre Kunden ganz gut. Fragen Sie sie, welche sozialen Netzwerke sie nutzen:

  • Haben Sie ein Ladengeschäft, versuchen Sie, Ihre Kunden darauf anzusprechen.
  • Schreiben Sie einen Newsletter: Fragen Sie dort nach und belohnen Sie Antworten mit einem nützlichen Gratisangebot.
  • Machen Sie eine Online-Befragung, z.B. mit Surveymonkey.
  • Eine bewährte, unter Umständen frustrierende, jedoch in jedem Fall ernüchternde Taktik ist die Befragung auf der Strasse.

 
Wenn Sie mit Ihren Kunden ins Gespräch gekommen sind, haben Sie bereits eine Idee, ob Facebook passt oder nicht. Vielleicht finden Sie ja heraus, dass die meisten am liebsten bei YouTube suchen? Das wäre nicht verwunderlich, denn YouTube ist nach Google die wichtigste Suchmaschine. In Deutschland steht sie laut Statistik der Top 100 von similarweb an dritter Stelle.
 
Was Sie ohne Frage nutzen müssen, wenn Sie in der meist genutzten Suchmaschine Deutschlands gefunden werden wollen, ist Google+ . Legen Sie dort ein Profil an. Hier finden Sie eine Anleitung von Annette Schwindt.
 

5) Los geht es!

 
Legen Sie sich nun in dem für Sie wichtigsten Netzwerk ein professionelles Profil an. Beobachten und analysieren Sie hier:

  • Was sind die Themen der Nutzer?
  • Wann und wie oft wird geschrieben?
  • Sind Ihre Mitbewerber auch hier und was machen sie dort?
  • Stellen Sie fest, worauf Nutzer gut reagieren und worauf nicht.
  • Fangen Sie dann an, Inhalte anderer Nutzer zu kommentieren und zu teilen.

 

6) Eigene Inhalte veröffentlichen

 
Spätestens jetzt sollten Sie auch mit eigenen Inhalten an den Start gehen.
Die Social Media Kanäle sind ja nicht abgekoppelt von Ihrer gesamten Öffentlichkeitsarbeit. Sie dienen eher als Verstärkung. Verknüpfen Sie also Ihre Online- mit Ihren Offline-Aktivitäten.